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Starkbierfest Tegernsee
40 Tage Fastenzeit liegen zwischen dem Aschermittwoch und dem Osterfest. Auch wenn sich heutzutage nicht mehr alle den strengen Geboten der Quadragesima unterwerfen, so ist die traditionelle Fastenzeit doch eine Zeitspanne, in der sich manche bemühen, Genüsse zu meiden oder wenigstens Maß zu halten. Dass man aber auch eine gut eingeschenkte Mass halten kann und damit der Askese ein Schnippchen schlägt, haben fromme Mönche schon vor über 200 Jahren erkannt. Fehlende Kalorien in der Klosterküche der Fastenwochen wurden mit flüssigen Nährstoffen ergänzt. Ein Mönch des Salvator-Ordens namens Barnabas, erfahren im Umgang mit Hopfen, Malz und Hefe, setzte seinen Ehrgeiz daran, das süffige Gebräu noch etwas gehaltvoller zu machen. Das Resultat war ein kräftiges Bockbier, das mit höherem Stammwürzgehalt und mit gedoptem Alkoholgehalt dafür sorgte, dass die frommen Brüder die Fastenwochen an Leib und Seele unbeschadet überstehen konnten. So wurde das Salvator-Starkbier aus der Taufe gehoben – im wörtlichen Sinn der Retter der Mönche während der kargen Zwangsdiät.
Der Brauch der Starkbiere in der Fastenzeit hat aber auch bei Laienbrüdern eine große Anhängerschaft gefunden, so dass später auch profane Brauereien einen Sud ansetzten, der gern mit der Nachsilbe –ator besonders süffig und alkohollastig daherkommt. Ob Salvator, Maximator, Optimator, Triumphator oder der Quirinus vom Herzoglichen Tegernseer Brauhaus – für alle gilt die alte Buß- und Fastenregel, dass nach dem Genuss des flüssigen Brotes der Heimweg entweder per pedes oder per Taxi angetreten wird. Der Traditionsbock des Bräustüberls trägt seinen Namen zu Ehren des Heiligen Quirinus, dessen Reliquien Tegernsee zu einem Wallfahrtsort machten.
Der Gasthof am Gasteig hat den 25 und 26. März als Termin für das Starkbierfest festgelegt. Als Bruder Barnabas schlüpft der Kreuther Florian Oberlechner in die Kutte und liest der Obrigkeit gehörig die Leviten.
Die Lokalprominenz und amüsierte Zuschauer dürfen gespannt sein, wer sich diesmal seine Watsch’n abholen muss. Tröstlich, dass der Schmerz durch eine gut eingeschenkte Mass Quirinus gemildert wird.







































