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Jagerhaus Gmund am Tegernsee - Heimatmuseum Gmund
Die Gemeinde Gmund hat 1989 das über 200 Jahre alte Haus erworben und in liebevoller Kleinarbeit zu einem Heimatmuseum ausgebaut. Heute sind es die Heimatfreunde Gmund e.V., die der Öffentlichkeit das schmucke Haus zugänglich machen und auch für wechselnde Ausstellungen zur Verfügung stellen.
1773 ursprünglich als Metzgerhaus erbaut, ging das Haus 1822 in den Besitz des königlichen Revierjägers Johann Mayr über, der im Dienst von Max I. Joseph stand. Über den Jäger Johann Mayr, der ein Bild von einem bajuwarischen Mannsbild gewesen sein soll, heißt es, dass er sich nicht nur einmal mit den Wilderern im Tegernseer Tal erbitterte Kämpfe geliefert hat. Es wird ihm der Ausspruch zugeschrieben „Elfe hab’ i scho in d’Höll gschickt. Bald mach’ i ’s Dutzend voll!“ Aus Rache haben sich die Wilderer zusammen getan und das Gerücht lanciert, dass sie im Miesbacher Grund eine Treibjagd abhalten würden. Mayr wurde in eine Falle gelockt und eine verlustreiche Schlacht zwischen Wildfrevlern und dem gesetzestreuen Jäger und seinen Jagdhelfen nahm ihren blutigen Lauf. Von den Verletzungen, die Mayr bei dieser Jägerschlacht mit dem Wilderen erlitten hat, sollte er sich nicht mehr erholen. Er stirbt am 16. Februar 1834.Die Besucher des Jagerhauses finden im Inneren des Heimatmuseums eine originale Jagerstube, deren Ausstellungsstücke die Erinnerung an den unglücklichen Revierjäger Mayr in Gmund wach halten. Ebenso historisch, aber weitaus harmloser, wirkt die aufgebaute Originalkuchl, die mit ihrer alten Kredenz, dem gusseisernen Herd und den Haushaltsgegenständen der Urgroßmutter zeigt, dass Essen und Trinken auch in früheren Zeiten im Oberland schon einen wichtigen Stellenwert hatten. Die alte Waschkuchl mit Zuber und Gebrauchsgegenständen ruft ins Gedächtnis, dass das Wäschewaschen für die Altvorderen eine schweißtreibende Angelegenheit war. Selbst gesiedete Seife aus Fett und Asche war das einzige Hilfsmittel der fleißigen Hausfrau. Was sich an Flecken so nicht entfernen ließ, kam in die Sonne zum Bleichen.
Wer das Jagerhaus in Gmund besuchen möchte, der hält sich zur Orientierung einfach an den Zweizeiler eines uns unbekannten Dichters
„Von der Mangfallbrücke aus
schaust du auf das Jagerhaus.“
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